Kostümbild

Battaglia

Musiktheater, Premiere 17.01.2023
Gare du Nord Basel

Eine unerwartete Begegnung in der Nacht, tastend zwischen Traum und Wirklichkeit. Aus der Finsternis zeichnen sich Klänge, Worte, Konturen ab. Sie leuchten als Wegmarken auf einer Gratwanderung zwischen Gewalt und Rafinesse, tödlicher Bedrohung und Lebenslust.

Basierend auf Texten und Musik um 1650, in neuen Formen reflektiert. Zentrale Achse des Stückes ist Musik der Zeit um 1650, die sowohl in Realisation des Notentextes erklingt als auch in permanenter Drehung und Wendung, Dekonstruktion und Transformation desselben mit kompositorischen und improvisatorischen Mitteln. Mit Kompositionen u.a. von Kapsberger, Cazzati, Biber sowie Improvisationen des Ensembles.

Fotocredits: Joel Sames

Wie wurden die Stoffe drapiert, die in luftigen Schlaufen und Windungen um den Nacken schäumen und aus den Ärmeln quellen; wie waren die Stickzwirne beschaffen die auf Wämse und Krägen ranken; wie waren die Knöpfe beschaffen; und welche dazugehörigen Accessoires waren à la mode? Mit welchem Verfahren wurden die Textilien hergestellt und gefärbt und welcher ästhetische Ausdruck, Farbtiefe und /-brillanz ergeben sich daraus? Welches Körperbild galt als schön und wie zeigt sich dies in der damaligen Schnitttechnik, was wird betont und was kaschiert?


Wie historisch korrekt kann und willl ich die Kostüme an die damalige Mode anlehen und inweifern ist das dem Kostümbild zuträglich?
All diese Überlegungen flossen in Form von intensiver Recherche in die Gestaltung des Kostümbildes ein. Gleichzeitig spielten moderne, rationelle Verarbeitungstechniken und die Realisation innerhalb des verfügbaren Budgetrahmen eine Rolle.

Leinen im Fischgrätmuster gewebt, mit Palmnussknöpfen verziert. Die Moderne grüsst, eine Overlock-Naht ziert die Fransen am Armauschnitt.

Ein schlichtes ärmelloses Burdaschnittmuster, ursprünglich für kitschige Fasnachtverkleidung konzipert, wandelt sich mithilfe einiger Mouluren-Varainten entwickelte ich die richtige Passform, weg vom bauchigen Fasnachtswams hin zum schildartig, spitzzuläufenden Wams. Zuletzt verpasste ich dem Wams schmuckvollerere Armausschnittverzierungen.

Ein Hemd aus Seide, eigens gefärbt mit Schwarzem Tee, stoffüberzogene Knöpfe. Selbstgezeichnetes Schnittmuster.

Foto: Joel Sames

Fotocredit: Joel Sames